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Bewässerung von Cannabispflanzen: wie man mit Problemen im Zusammenhang mit Wasserüberschuss und Wassermangel umgeht?

Sowohl zu reichliches als auch zu sparsames Gießen kann die Entwicklung der Pflanzen ernsthaft stören und sogar zu ihrem Absterben führen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie du die Folgen einer falschen Bewässerung erkennst – von welken Trieben bis hin zu verfärbten Blättern und Wachstumshemmung. Du findest hier außerdem praktische Methoden zur Korrektur dieser Fehler sowie Hinweise, wie du ihnen vorbeugen kannst. Eine richtige Diagnose und Pflege sorgen dafür, dass sich deine Pflanzen mit gesundem und üppigem Wachstum revanchieren.
Die wichtigsten Informationen
- Sowohl zu häufiges als auch zu seltenes Gießen ruft verschiedene negative Reaktionen bei Cannabispflanzen hervor, darunter auch eine Verlangsamung ihrer Entwicklung.
- Eine zu große Wassermenge führt dazu, dass der Boden übermäßig feucht wird und die Blätter schlaff, hängend sind und sich oft nach unten einrollen – dies kann auch zu Wurzelfäule führen.
- Wassermangel hingegen führt zu Austrocknung: Die Blätter vergilben, werden brüchig und verlieren ihre Elastizität.
In diesem Artikel findest du bewährte Methoden zur Vorbeugung dieser Probleme sowie Hinweise, wie du damit umgehst, wenn sie bereits auftreten.
Der Erfolg reicher Cannabisernten wird von vielen Faktoren beeinflusst – vom richtigen Licht über den Zugang zu Nährstoffen bis hin zur richtigen Luftzirkulation und Feuchtigkeitskontrolle.
Unter all diesen Elementen spielt gerade Wasser eine grundlegende Rolle für die Erhaltung der Pflanzen in einem ausgezeichneten Zustand.
Auch wenn Gießen banal erscheinen mag, erfordert es in der Praxis deutlich mehr Präzision und Wissen. Viele Menschen, die Cannabis anbauen, gehen fälschlicherweise davon aus, dass tägliches intensives Gießen bis zur vollständigen Durchfeuchtung des Substrats völlig ausreicht. In Wirklichkeit ist dieser Prozess komplexer und erfordert Fingerspitzengefühl und Beobachtung.
Das Beherrschen der Technik des richtigen Gießens von Cannabispflanzen erfordert Zeit, Versuche und Erfahrung. Übermäßiges Gießen kann den Zugang der Wurzeln zu Sauerstoff einschränken und zu schwerwiegenden Problemen wie Fäulnis führen. Zu geringe Wassermengen hingegen verursachen eine starke Austrocknung des Substrats und in der Folge eine Schwächung und ein Welken der Pflanzen.
Im weiteren Verlauf erfährst du, wie du die Symptome sowohl von Überwässerung als auch von Austrocknung richtig identifizierst und wie du auf jede dieser Herausforderungen wirksam reagierst.
Wie erkennt man einen Wasserüberschuss beim Cannabisanbau?

Zu häufiges Gießen ist einer der häufigsten Fehler, die von Cannabiszüchtern gemacht werden, insbesondere von jenen, die gerade erst mit dem Anbau beginnen. Oft beruht dies auf der falschen Annahme, dass Pflanzen ständig bewässert sein sollten. Leider kann übertriebener Eifer in diesem Bereich mehr Schaden als Nutzen bringen.
Das Wurzelsystem von Cannabispflanzen erfüllt nicht nur die Funktion der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen, sondern ist auch für die Atmung verantwortlich. Wenn sich die Wurzeln ständig in durchnässtem Boden befinden, bekommen sie Probleme mit der Sauerstoffzufuhr, was zu Schäden führen kann.
Ein entscheidender Schritt zur Beseitigung der Folgen von Überwässerung ist das richtige Erkennen ihrer Symptome. Nachfolgend stellen wir die wichtigsten Anzeichen für übermäßiges Gießen vor:
Typische Symptome der Überwässerung von Cannabispflanzen
- Hängende Blätter: Zu viel Feuchtigkeit im Substrat schränkt den Sauerstoffzugang ein, was den Transpirationsprozess stört und zu Schlaffheit sowie Elastizitätsverlust der Blätter führt.
- Vergilbung der Blätter (Chlorose): Probleme bei der Nährstoffaufnahme führen zu Mangelerscheinungen, die sich in gelben Verfärbungen äußern.
- Nach unten eingerollte Blätter: Überschüssiges Wasser verursacht Stress, der häufig zum charakteristischen „krallenartigen“ Aussehen der Blätter führt.
- Langsameres Wachstum: Ein zu feuchtes Umfeld stört grundlegende Lebensprozesse und verlangsamt die Entwicklung sowie das Wachstumstempo der Pflanzen.
- Pilzinfektionen: Übermäßige Feuchtigkeit begünstigt die Entwicklung von Pilzkrankheiten wie Mehltau, insbesondere bei schlechter Belüftung.
- Zu feuchter Boden: Ein wassergesättigtes Substrat ist ein Warnsignal. Es lohnt sich, die oberen Bodenschichten zu überprüfen – wenn du nach dem Einführen eines Fingers in etwa 3 cm Tiefe Feuchtigkeit spürst, kann dies auf Überwässerung hinweisen. Alternativ kannst du den Topf anheben – ist er deutlich schwer, bedeutet dies einen Wasserüberschuss. Unter idealen Bedingungen sollte die oberste Bodenschicht leicht feucht, aber nicht nass sein, und überschüssiges Wasser sollte sich nicht unter dem Behälter sammeln.
Probleme mit dem Wurzelsystem bei überwässerten Sämlingen
Wurzeln werden von Cannabiszüchtern oft unterschätzt, hauptsächlich weil sie unter der Bodenoberfläche verborgen und mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Dabei ist ihre Rolle für Entwicklung und Gesundheit der Pflanzen absolut entscheidend – von der Zusammenarbeit mit nützlichen Mikroorganismen über die Aufnahme von Mineralstoffen bis hin zur Versorgung mit Sauerstoff und Wasser.
Aus diesem Grund verschlechtert sich der Zustand der gesamten Pflanze schnell, wenn das Wurzelsystem gestört wird. Übermäßige Bewässerung kann die Cannabiswurzeln „ersticken“, sodass sie ihre grundlegenden Funktionen – Sauerstoff- und Nährstoffaufnahme sowie die Zusammenarbeit mit der nützlichen Bodenmikroflora – nicht mehr erfüllen können.
Besonders empfindlich sind die ersten Lebenstage der Pflanze. Sämlinge vertragen Wasserüberschuss sehr schlecht – ein zu nasses Substrat begünstigt das Faulen der zarten Wurzeln, was schnell zu ihrem Absterben führen kann. Symptome dieses Zustands sind unter anderem dunkler werdende, schleimige und manchmal sogar übelriechende Wurzelspitzen.
Wie erkennt man Wassermangel bei Cannabis?

Obwohl übermäßiges Gießen zahlreiche Risiken mit sich bringt, stellt auch eine zu geringe Feuchtigkeit ein ernsthaftes Problem dar. Eine unzureichende Wassermenge wirkt sich negativ auf die Vitalität der Pflanzen aus, begrenzt ihr Wachstum und kann die Erträge erheblich senken.
Hier sind die häufigsten Anzeichen von Wassermangel sowie Faktoren, die dieses Phänomen begünstigen:
Typische Symptome zu geringer Bewässerung
- Verlust der Blattspannung (Welken): Ein Mangel an Wasser führt zu einem Abfall des hydrostatischen Drucks in den Zellen, was ein Erschlaffen der Blätter verursacht.
- Trockene und brüchige Blattränder: Die Pflanze ist nicht in der Lage, ausreichend Wasser in die Gewebe zu transportieren, wodurch die Blattspitzen austrocknen und zu bröckeln beginnen.
- Farbveränderungen: Bei Wassermangel konzentrieren die Pflanzen ihre Ressourcen auf junge Triebe, was zum Vergilben oder Bräunen älterer Blätter führt.
- Wachstumshemmung: Wassermangel wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, einschließlich Photosynthese und Nährstoffaufnahme, was zu einer langsameren Entwicklung führt.
- Einrollen der Blätter: Fächerblätter können sich bei Trockenheit nach oben oder nach innen einrollen als Schutzreaktion.
Umweltfaktoren, die das Austrocknen von Cannabispflanzen begünstigen
Wassermangel im Cannabisanbau resultiert selten aus nur einem Fehler – meist ist es die Kombination mehrerer Umweltfaktoren, die zusammen zu einem zu niedrigen Bewässerungsniveau führen. Es lohnt sich zu betrachten, was solche Bedingungen begünstigen kann:
- Zu sparsames Gießen: Auch wenn es seltener vorkommt, kann es tatsächlich passieren, dass die zugeführte Wassermenge einfach zu gering ist, um den Bedarf der Pflanzen zu decken.
- Hohe Umgebungstemperatur: Langanhaltende Hitze beschleunigt den Verdunstungsprozess und erhöht den Wasserbedarf der Pflanzen, was zu einem schnellen Austrocknen des Substrats führt.
- Zu kleine Behälter: Töpfe mit zu geringem Volumen können nicht ausreichend Feuchtigkeit speichern – der Boden trocknet darin schneller aus, was besonders bei größeren oder schnell wachsenden Sorten problematisch ist.
- Ungeeignetes Anbaumedium: Substrate mit hohem Anteil an Perlit, Vermiculit oder Sand neigen dazu, Feuchtigkeit schneller abzugeben, was die Zeit verkürzt, in der die Pflanze Zugang zu Wasser hat.
Wesentliche Unterschiede zwischen Wassermangel und Wasserüberschuss
Um richtig zu beurteilen, ob eine Cannabispflanze unter zu viel oder zu wenig Wasser leidet, sollte man auf konkrete Symptome und begleitende Bedingungen achten. Nachfolgend findest du deutliche Unterschiede zwischen diesen beiden Zuständen.
1. Bei übermäßigem Gießen ist der Boden ständig nass und feucht, was zu einer schlechten Durchlüftung führt. Bei Wassermangel hingegen wird das Substrat trocken, locker und bröselig.
2. Auch die Blattstruktur verändert sich: Überwässerte Pflanzen haben weiche, schlaffe und schwere Blätter, während ausgetrocknete dünne, spröde und deutlich ausgetrocknete Blätter aufweisen.
3. Die Blattfarbe ist ein weiterer Hinweis. Wasserüberschuss zeigt sich durch eine tiefe, dunkelgrüne Färbung, während Wassermangel dazu führt, dass die Blätter heller werden, vergilben und manchmal sogar bräunen.
4. Hinsichtlich der Blattform beobachten wir bei Überwässerung ein Herabhängen, Anschwellen und das charakteristische Einrollen nach unten. Bei dehydrierten Pflanzen sind die Blätter trocken, steif und rollen sich häufig nach oben oder nach innen.
5. Der Zustand der Wurzeln ist eines der aussagekräftigsten Anzeichen. Bei überwässerten Pflanzen nehmen die Wurzeln eine bräunliche Farbe an, sind schleimig und verströmen einen unangenehmen Geruch – typische Anzeichen von Fäulnis. Bei zu geringem Wasserstand hingegen werden sie trocken, brüchig und leblos.
6. In beiden Fällen kann es zu einer Wachstumsverlangsamung kommen, jedoch auf unterschiedliche Weise. Bei überwässerten Pflanzen sind neue Triebe schwach entwickelt und blass, während bei ausgetrockneten Pflanzen das Wachstum ebenfalls gehemmt ist, die Pflanze jedoch versucht, junge Teile auf Kosten älterer zu erhalten.
7. Auch der Geruch im Anbauraum kann bei der Diagnose hilfreich sein. Überwässerte Pflanzen können einen Geruch von Feuchtigkeit, Moder oder Schimmel entwickeln, während ausgetrocknete keine ausgeprägten Gerüche abgeben, manchmal lediglich ein trockener, „staubiger“ Geruch wahrnehmbar ist.
8. Unterschiede betreffen auch die Umweltbedingungen. Übermäßiges Gießen wird durch hohe Luftfeuchtigkeit, kühlere Temperaturen, schlechte Drainage und zu häufige Wasserzufuhr begünstigt. Zu seltenes Gießen tritt hingegen meist bei hohen Temperaturen, niedriger Luftfeuchtigkeit und schnell trocknendem Substrat auf.
Wie oft sollte man Cannabispflanzen gießen?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht eindeutig, da die Gießhäufigkeit von vielen Faktoren abhängt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Umweltbedingungen können erheblich beeinflussen, wie oft und in welcher Menge Wasser zugeführt werden sollte.
Es gibt jedoch bewährte Methoden und Signale, die helfen, den richtigen Zeitpunkt zum Gießen zu bestimmen. Eine der effektivsten Methoden ist die Kontrolle der obersten Bodenschicht. Wenn die oberen 3 cm des Substrats vollständig trocken sind, ist es Zeit zu gießen. Mit dieser Technik lässt sich Überwässerung und die damit verbundenen Probleme wirksam vermeiden.
Nach einigen solchen Kontrollen wirst du Routine darin entwickeln, die Abstände zwischen den einzelnen Bewässerungen zu bestimmen. Mit der Zeit wirst du einen wiederkehrenden Rhythmus erkennen, der es dir ermöglicht, das Gießen besser zu planen, ohne ständig das Substrat überprüfen zu müssen.
Es lohnt sich auch, auf das Aussehen der Blätter zu achten. Auch wenn es nicht ideal ist, auf sichtbare Symptome von Wassermangel zu warten, sollten jegliche Anzeichen von Welken – insbesondere in den unteren Pflanzenteilen – ein klares Signal für eine sofortige Bewässerung sein.
Wie man übermäßig bewässerte Cannabispflanzen korrigiert
Wenn du bereits Erfahrungen mit Überwässerung von Cannabis gemacht hast oder dies einfach vermeiden möchtest, nutze die folgenden bewährten Methoden:
1. Kontrolle der Substratfeuchtigkeit
Bevor du zur Gießkanne greifst, stecke deinen Finger etwa 3 cm tief in den Boden. Gieße erst dann, wenn diese Schicht deutlich trocken ist – eine einfache, aber wirksame Methode zur Begrenzung von Überwässerung.
2. Regulierung der Temperatur
Eine Erhöhung der Temperatur auf 27–29 °C kann die Verdunstung von überschüssigem Wasser beschleunigen. Im Anbauraum kann dies z. B. durch Heizgeräte oder eine Erhöhung der Beleuchtungsleistung erreicht werden.
3. Verbesserte Substratstruktur
Durch das Hinzufügen von Materialien wie Perlit, Sand oder Vermiculit verbesserst du die Durchlüftung und den Wasserabfluss des Bodens und reduzierst das Risiko von Wurzelfäule.
4. Mechanische Belüftung des Bodens
Durch vorsichtiges Einstecken von Holzstäbchen (z. B. Schaschlikspießen) in die Erde entstehen innere Luftkanäle, die die Sauerstoffversorgung der Wurzeln verbessern und die Trocknung der Wurzelzone fördern.
5. Luftzirkulation
Gut platzierte Ventilatoren im Zelt oder Anbauraum erhöhen die Luftbewegung und beschleunigen die Verdunstung von Feuchtigkeit aus Boden und Pflanzen.
6. Töpfe mit geeigneter Drainage
Statt klassischer Kunststofftöpfe solltest du die Verwendung von Stofftöpfen oder sogenannten Smart Pots in Betracht ziehen. Diese Materialien erleichtern die Belüftung der Wurzeln und leiten überschüssiges Wasser effektiver ab, wodurch Staunässe verhindert wird.
Notfallmaßnahmen bei Überwässerung von Cannabispflanzen
Wenn deine Pflanzen bereits überwässert wurden, gerate nicht in Panik — es gibt wirksame Methoden, um die Situation zu verbessern und den Wurzeln wieder Zugang zu Sauerstoff zu verschaffen.
1. Erleichtere den Wasserabfluss
Lege einen Keil oder Holzklotz unter eine Seite des Topfes, um ihn leicht zu neigen. Dadurch kann überschüssiges Wasser frei aus dem Boden des Behälters ablaufen.
2. Erhöhe die Luftzirkulation
Richte einen Ventilator direkt auf die Bodenoberfläche, um die Verdunstung zu beschleunigen und die Belüftung des Substrats zu verbessern.
3. Erhöhe die Temperatur
Wenn möglich, erhöhe die Raumtemperatur auf etwa 27–29 °C. Falls kein Heizgerät vorhanden ist, stelle die Pflanze für einige Stunden an einen gut sonnigen Ort, z. B. auf eine südlich ausgerichtete Fensterbank oder nach draußen.
4. Verwende saugfähige Materialien
Streue eine Schicht trockenen, feuchtigkeitsabsorbierenden Materials auf die Bodenoberfläche, z. B. Perlit oder Kokosfaser. Entferne sie nach dem Aufsaugen, damit sie die weitere Verdunstung nicht blockieren.

Umtopfen als Rettungsmethode für überwässerte Cannabispflanzen
In den meisten Fällen von Überwässerung reichen grundlegende Korrekturmaßnahmen aus. In schwereren Situationen kann jedoch ein Umtopfen notwendig sein. Nachfolgend findest du eine Anleitung, wie dies durchzuführen ist:
1. Lege deine Hand auf die Bodenoberfläche, sodass sich der Pflanzenstiel zwischen Zeige- und Mittelfinger befindet. Drehe den Topf um und nimm den gesamten Wurzelballen vorsichtig heraus.
2. Lege die Pflanze auf eine saubere, ebene Fläche. Trockne die Wurzeln vorsichtig mit einem Papiertuch, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen.
3. Entferne mit einer sauberen Gartenschere alle Anzeichen von Fäulnis – schwarze Spitzen, bräunliche oder schleimige Wurzeln sowie solche, die einen unangenehmen Geruch abgeben.
4. Bereite einen neuen Topf vor und fülle ihn mit frischem Substrat, vorzugsweise mit einem Zusatz von 30 % Perlit für eine bessere Drainage.
5. Erstelle im Substrat ein Loch, das der Größe des Wurzelballens entspricht. Füge 5 g Mykorrhiza hinzu, um die Regeneration des Wurzelsystems zu unterstützen und das Infektionsrisiko zu verringern.
6. Setze die Pflanze in den neuen Topf, fülle das Loch vorsichtig mit Erde und gieße, bis das Wasser leicht aus den Drainageöffnungen austritt.
Wie man unzureichende Bewässerung von Cannabispflanzen korrigiert
Nachdem du dich mit dem Problem der Überwässerung befasst hast, solltest du auch auf Wassermangel achten, der den Pflanzen ebenfalls erheblich schaden kann. Wenn du Symptome unzureichender Bewässerung bemerkst, wie das Einrollen und Zerbröseln der Blätter, ist es wichtig, schnell, aber bedacht zu handeln, um die Situation nicht zu verschlimmern.
Plötzliches Gießen stark dehydrierter Pflanzen mit großen Wassermengen kann mehr Schaden als Nutzen bringen. Trockene und gestresste Wurzeln verlieren häufig ihre Wurzelhaare – feine Strukturen, die für die Wasseraufnahme verantwortlich sind. Infolgedessen können die Wurzeln nach einem plötzlichen Übergießen nicht sofort effektiv Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Sauerstoffmangel, Stomaschock und Störungen des osmotischen Gleichgewichts führt.
Um dies zu vermeiden, sollte der Bewässerungsprozess schrittweise und kontrolliert erfolgen.
1. Erstelle zunächst Belüftungslöcher im Boden, z. B. mit einem Reisstäbchen. Gib der Pflanze anschließend etwa 200 ml Wasser alle 10 Minuten über eine Stunde hinweg, sodass sie die Feuchtigkeit langsam aufnehmen kann.
2. Der nächste Schritt ist das Gießen von unten — stelle den Topf in eine flache Schale mit Wasser, damit die Pflanze Wasser nach ihrem eigenen Bedarf aufnehmen kann und das Risiko einer Überwässerung minimiert wird.
3. Nach einigen Stunden sollten die ersten Anzeichen einer Verbesserung sichtbar sein — die Blätter gewinnen ihre Spannung zurück, und eingerollte Blätter beginnen sich zu entfalten. Setze das Gießen entsprechend den Bedürfnissen der Pflanzen fort und warte stets, bis die oberste Bodenschicht (etwa 3 cm) getrocknet ist.
4. In den meisten Fällen kehren die Pflanzen innerhalb von etwa drei Tagen zu voller Vitalität zurück, bei sehr starker Dehydrierung kann die Regeneration jedoch bis zu einer Woche dauern.
Einige stark geschädigte Blätter können ihr gesundes Aussehen nicht wiedererlangen.
Verwende in diesem Fall eine saubere Gartenschere, um sie zu entfernen und eine mögliche Ausbreitung von Infektionen zu verhindern.

Vorbeugung gegen langfristige unzureichende Bewässerung
Wenn du nun weißt, wie du mit Wassermangel umgehst, solltest du einige praktische Methoden umsetzen, um das Problem in Zukunft zu vermeiden:
- Kontrolliere regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit — überprüfe täglich die oberen 3 cm des Substrats und gieße die Pflanzen, wenn diese Schicht trocken wird.
- Wähle Töpfe, die zur Größe und Sorte der angebauten Pflanzen passen. Kleine und automatische Sorten wachsen gut in Töpfen mit einem Volumen von etwa 11 Litern, während größere, insbesondere sativadominierte Sorten 15–20 Liter benötigen. In wärmeren Klimazonen helfen größere Töpfe, eine angemessene Bewässerung aufrechtzuerhalten.
- Halte die richtige Luftfeuchtigkeit aufrecht — etwa 70 % für Sämlinge, 60 % in der vegetativen Phase und 40 % in der Blütephase. Verwende ein Hygrometer zur Überwachung der Luftfeuchtigkeit und bei Bedarf einen Luftbefeuchter.
- Achte auf die richtige Temperatur — wenn Pflanzen häufig unter Trockenheit leiden, senke die Raumtemperatur auf den unteren Bereich des optimalen Spektrums. Ventilatoren und Klimaanlagen helfen, etwa 20 °C in der Wachstumsphase und 18 °C während der Blüte aufrechtzuerhalten.
- Verwende Mulch auf der Bodenoberfläche, z. B. aus Stroh, Wurmhumus oder gemähtem Gras, um Feuchtigkeit zu speichern und ein schnelles Austrocknen des Substrats zu begrenzen.
Die Wasserqualität ist am wichtigsten
Du verfügst nun über das vollständige Wissen, das notwendig ist, um Cannabispflanzen hinsichtlich der Bewässerung in einem idealen Gleichgewicht zu halten. Du weißt, wie du sowohl übermäßige als auch unzureichende Bewässerung vermeidest und wie du mit diesen Problemen umgehst, wenn sie auftreten.
Neben diesen grundlegenden Informationen darf jedoch die Wasserqualität nicht außer Acht gelassen werden. Ähnlich wie die Gießhäufigkeit hat auch die Qualität des verwendeten Wassers einen enormen Einfluss auf die Gesundheit und Entwicklung der Pflanzen.
Cannabispflanzen bestehen zu etwa 90 % aus Wasser, das für zentrale physiologische Prozesse wie Photosynthese und Transpiration unerlässlich ist. Die Verwendung von minderwertigem Wasser kann diese Mechanismen stören und die Pflanzen daran hindern, ihr volles genetisches Potenzial zu entfalten.
Was definiert also eine hohe Wasserqualität? Wie lässt sich diese beurteilen? Lies weiter, um Antworten auf diese wichtigen Fragen zu erhalten.
Die Rolle des pH-Werts
Einer der wichtigsten Parameter der Wasserqualität ist sein pH-Wert.
Der pH-Wert ist eine numerische Skala zur Bestimmung des Säure- oder Basengehalts einer Lösung, wobei der Wert 7 neutral ist. Werte unter 7 weisen auf ein saures Milieu hin, während Werte über 7 alkalisch sind.
Ein zu hoher oder zu niedriger pH-Wert des Wassers kann bei Cannabispflanzen ernsthafte Probleme verursachen, da er ihre Fähigkeit zur Nährstoffaufnahme beeinflusst. Wasser mit ungeeignetem pH-Wert kann zudem im Laufe der Zeit den pH-Wert des Substrats verändern, was zu Symptomen führt, die Nährstoffmängeln ähneln, obwohl diese im Boden vorhanden sind.
Cannabis entwickelt sich am besten bei einem pH-Wert von etwa 6,5. Die Messung des pH-Werts ist einfach — es genügt, ein pH-Messgerät zu verwenden und eine Probe des Ablaufwassers zu testen, also des Wassers, das nach dem Durchfließen des Substrats aus dem Topf abläuft. Wird festgestellt, dass der pH-Wert zu hoch oder zu niedrig ist, können spezielle Präparate zur Anhebung oder Absenkung eingesetzt werden, um optimale Bedingungen wiederherzustellen.

PPM und Wasserqualität
PPM, also Partikel pro Million, ist ein wichtiger Parameter zur Beschreibung der Wasserqualität. Er misst die Menge an im Wasser gelösten Mineralien – beispielsweise bedeutet ein Wert von 90 PPM, dass sich in einem Liter Wasser 90 mg Mineralien befinden.
Die Kenntnis des PPM-Werts hilft Züchtern, zu vermeiden, den Pflanzen zu wenige oder zu viele Mineralien zuzuführen. Ein Mangel kann zu Nährstoffdefiziten führen, während ein Überschuss Pflanzenverbrennungen verursachen kann.
Der optimale PPM-Wert für Cannabis liegt bei etwa 500 in der vegetativen Phase und etwa 1000 in der Blütephase.
Zur Messung des PPM-Werts dienen TDS-Messgeräte (Total Dissolved Solids), die den Gesamtgehalt gelöster Feststoffe im Wasser anzeigen. Obwohl die Überwachung des PPM-Werts eine fortgeschrittenere Praxis ist, ist sie in der Anfangsphase des Anbaus nicht zwingend erforderlich, es lohnt sich jedoch, dieses Wissen zu besitzen, um die Bedürfnisse der Pflanzen besser zu verstehen.
Umkehrosmosewasser
Auch wenn die Gesamtmenge an Mineralien im Wasser angemessen sein kann, sind nicht alle gelösten Stoffe vorteilhaft. Wasser kann Verunreinigungen enthalten, wie schädliche Partikel oder Bakterien.
Umkehrosmosefilter sind eine ausgezeichnete Lösung, da sie nahezu alle unerwünschten Verbindungen entfernen und es Züchtern ermöglichen, die Zusammensetzung des den Pflanzen zugeführten Wassers selbst zu kontrollieren. Diese Systeme entfernen 95 bis 99 % der gelösten Salze und sind daher Industriestandard in der Wasseraufbereitung. Die Nutzung von auf diese Weise gereinigtem Wasser ist jedoch eine fortgeschrittene Technik und für Anfänger nicht notwendig.
Testen des Ablaufwassers
Um den Pflanzen eine optimale Nährstoffversorgung zu gewährleisten, sollte sowohl der pH-Wert als auch der PPM-Wert des Ablaufwassers beim Gießen regelmäßig kontrolliert werden. Die Verwendung von Auffangschalen für das Ablaufwasser ermöglicht solche Messungen.
Cannabispflanzen wachsen am besten bei einem pH-Wert von etwa 6,5. Zur Messung kann ein Messgerät verwendet werden, z. B. ein Tester der Firma Hanna Instruments, der einfach zu bedienen ist und schnelle sowie genaue Ergebnisse liefert. Bei zu hohem oder zu niedrigem pH-Wert stehen Regulatoren zur Verfügung, mit denen der Wasserwert auf das richtige Niveau eingestellt werden kann.
Mit diesen Kenntnissen wirst du besser verstehen, wie sowohl übermäßiges als auch unzureichendes Gießen sowie die Wasserqualität die Gesundheit und Entwicklung von Cannabispflanzen beeinflussen.
FAQ: Bewässerung von Cannabispflanzen und Wasserqualität
Was sind die Anzeichen für Überwässerung von Cannabis?
Zu den Symptomen der Überwässerung gehören nasses und durchnässtes Substrat, weiche, schlaffe Blätter, nach unten eingerollte Blätter sowie gehemmtes Pflanzenwachstum.
Wie korrigiert man Überwässerung von Cannabispflanzen?
Um das Problem zu beheben, können Ventilatoren eingesetzt und die Raumtemperatur erhöht werden, um die Verdunstung zu beschleunigen. In extremen Fällen ist ein Umtopfen in frisches, gut drainiertes Substrat erforderlich.
Wie erkennt man unzureichende Bewässerung von Cannabispflanzen?
Pflanzen mit Wassermangel haben trockene, spröde Blätter, sichtbare gelbe oder braune Verfärbungen, nach oben eingerollte Blätter und ein verlangsamtes Wachstum.
Wie lange dauert die Regeneration unzureichend bewässerter Pflanzen?
Die vollständige Regeneration nach Wassermangel dauert in der Regel 3 bis 7 Tage, abhängig vom Grad der Dehydrierung und vom allgemeinen Zustand der Pflanze.
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